Federbildung und Ernährungsgrundlagen

Wie wir wissen, ist die ausgewachsene Feder verhornt und tot. Ihre volle Funktion erfüllt sie, wenn sie eine gewisse Stabilität wie die Tragflächen eines Seglers und gleichzeitig genügend Flexibilität besitzt. Dies ist zu erreichen, wenn eine spezielle Vermischung von unterschiedlichen Stoffen die Feder aufbaut.

Die stofflichen Grundlagen

Es ist demnach nicht ein einziger Stoff, sondern eine Vielzahl, die in ausgewogenem Verhältnis zueinander stehen. Hierunter sind Eiweißbausteine, Mineralien, Vitamine und Carotine.

Alle Bestandteile müssen allerdings dem Körper zugeführt werden, da keiner vom Körper selbst synthetisiert werden kann.

Dies gilt allen voran den Eiweißbausteinen, den Aminosäuren. Bekanntlich besteht die Feder aus Keratin, das eine spezielle Form von „Strukturproteinen“ ist. Hier sind es die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin, Cystin und Cystein, die den überwiegenden Teil des Strukturproteins ausmachen. Cystin und Cystein sind zwar nicht als essentielle Aminosäuren anzusehen, stehen aber im direkten Zusammenhang mit der Versorgung mit Methionin.

Die mineralischen Teile sind zum einen Katalysatoren für den Bau, zum anderen (wie Kupfer) auch direkt als Baustein gefragt. Die bereits beschriebene Elastizität wiederum hängt vom Vorhandensein von  Siliziumdioxid („Kieselsäure“) ab.

Die Rolle der zum Teil mit eingebauten Vitamine ist nicht mit Sicherheit zu klären. Fest steht aber, daß die Pantothensäure ebenfalls fest in die Feder eingebaut ist.

Weiter ist die Feder bekanntlich Träger von diversen Farbstoffen. Von den bekannten Stoffen möchte ich hier nur die beiden großen Gruppen, die Melanine und die Carotinoide herausgreifen. Melanine sind wieder einmal Stoffe, die aus Aminosäuren (hier Tyrosin) hervorgehen. Sie können in zwei Hauptgruppen mit unterschiedlicher Molekülstruktur unterteilt werden:

Eumelanine; Sie bestehen nur aus dem Polymer Melanin

Phaeomelanine; bei ihnen ist an der Melanin-Kette zusätzlich die Aminosäure Cystin angelagert.

Die Carotine sind Stoffe pflanzlichen Ursprungs und werden durch die Nahrung aufgenommen, können aber nur in kleinstem Umfang chemisch verändert werden.

 

 Synergie

Betrachtet man die beteiligten Bestandteile jeweils für sich, ist immer noch nicht die einmalige Elastizität und Stabilität der Vogelfeder erklärt.

Erst das Zusammenspiel von den Aminosäuren in Form von Keratin, von Kieselsäure, Pantothen und den eingelagerten Melaninkörnchen ergibt die für den Erfolg nötige Festigkeit. Je dunkler die Melanine z. B. sind, um so fester ist die Feder.

Ebenso wird die Bildung von Haken- und Bogenstrahlen durch die Melanineinlagerung beeinflußt.

  

Ernährung und Feder

Bereits aus diesen wenigen Ausführungen können wir ahnen, daß die Federbildung direkt mit der Ernährung zusammenhängt.

Allen Stoffen voran steht die ausreichende Versorgung mit Protein oder besser gesagt, mit den Bausteinen des Proteins, den Aminosäuren.

Protein und Aminosäuren sind in mehrfacher Hinsicht die begrenzenden Faktoren bei der Federbildung. Zum einen sind sie als die drei obengenannten Aminosäuren direkte Bestandteile des Keratins, zum anderen aber haben sie in Form von Enzymen begleitende Funktion, wobei im lebenden Organismus ohne Enzyme keine Lebensfunktion möglich ist.

 

Hieraus können wir zusammenfassend schließen, daß zur gesunden Entwicklung der Feder

gehört. Ist eine der fünf Gruppen nicht im Optimum, kommt es zur verzögerten oder gar unvollständigen Federbildung.

Weiter beeiflußt auch die Mineralversorgung die Federbildung in verschiedener Weise:

Zurück

Neue Genetik ] Yorkshire ] Yorkshire Zucht ] Onyx ] Hauben-Wellensittich ] Kapuzenzeisig-Bericht ] Zoogeographie ] Systematik ] Preisrichter ] Siskins ] Lori-Ernährung ] Optimierte Versorgung ] [ Federbildung ] Guppy Genetik I ] Pelletfütterung ] Fife04 ] Guppy-01 ] Farbe bei Positurkanarien ]